Deutschlands Süden als attraktiver Standort für zukunftsorientierte Innovation

Als wir uns mit der Gründung beschäftigten, stand sofort eine Frage im Raum: „KI-Startup in Deutschland? Wird das zu zäh? “Viele verbinden Gründungen im Bereich künstliche Intelligenz mit Metropolen wie Berlin, München oder internationalen Tech-Hubs. Wir hingegen wählten bewusst den Standort in Karlsruhe mit all seinen Chancen, aber auch Herausforderungen.
Die Vorstellung war da: ein dynamisches Umfeld, kurze Wege und eine Szene, in der man nicht in der Masse untergeht. Gleichzeitig: eine gewisse Skepsis. „Deutschland, bürokratisch, langsam, viele Hürden.“ Allerdings sollten wir schnell erfahren, warum diese Ängste in der Wirklichkeit nicht das Gewicht haben, wie man es oft hört.
Die Entscheidung, hier im Süden zu gründen, fiel nicht per Zufall, sondern mit bewusstem Blick auf bestehende Verankerungen und Netzwerke:
„Wir kennen hier die Leute, nicht nur Kunden oder Partnerunternehmen, sondern auch mögliche zukünftige Mitarbeitende. Gerade das ist für den Anfang einer Gründung unverzichtbar. Die ersten Einstellungen sind Treibkraft hinter stabilem Wachstum und wenn man diese aus dem eigenen Umfeld beziehen kann, ist das natürlich von großem Vorteil“
Unser Mitgründer Michael befand sich bereits durch sein Studium in Karlsruhe. Das Netzwerk war vorhanden und die Stadt vertraut. Und gerade für den Start, wenn erstes Personal, Kundenkontakte und Partneraustausch wichtig sind, erwies sich das als großer Vorteil.
Gleichzeitig: Hätten wir anderswo gelebt, dann hätten wir wahrscheinlich auch dort gegründet. „Da, wo man lebt und arbeitet, baut man sich eben sein Netzwerk auf.“
Karlsruhe ist als Wirtschaftsstandort gerade für neue Gründungen sehr attraktiv.
Die Stadt verzeichnet laut Angaben der Stadtverwaltung 6,8 Gründungen pro 100.000 Einwohner, was deutlich über dem Durchschnitt in Baden-Württembergliegt.
Das zeigt: Karlsruhe ist nicht nur ein Wissenschafts-, sondern auch ein Wirtschaftsstandort mit Gründergeist.
Wenn es allerdings um unser eigenes Kundenpotential geht, so muss man den Bick jedoch eher auf das gesamte Bundesland werfen.
„Was die Kunden angeht, muss man ein Stück größer, also eher an Baden-Württemberg als Ganzes denken, anstatt nur die Stadt selbst. Dafür bietet das Land hier für unsere Kundenzielgruppe ein immenses Potential. Und Karlsruhe selbst ist an genau diesen Raum sehr gut angebunden.“, beschreibt es Michael.
Der süddeutsche Raum mit seiner starken Industrie- und Mittelstandslandschaft bietet ideale Bedingungen - gerade in Bereichen wie Maschinenbau, Produktion und Automatisierung.
Und genau diese Nähe spielt eine entscheidende Rolle:
„Dieses ‚Ihr seid ja auch von hier‘ hören wir immer wieder, wenn wir das erste Mal mit potenziellen Partnern oder Kunden sprechen“.
Ortsnähe schafft Vertrauen, ermöglicht persönlichen Austausch und öffnet Türen. Insbesondere in einer Region, in der langfristige Beziehungen zählen.
Bürokratie gehört in Deutschland dazu, doch für uns war das nie ein Grund, hier nicht zu gründen.
„Die Idee, im Ausland zu gründen aus Angst vor bürokratischen Hürden, hatten wir nicht. Wir wussten: Eine GmbH-Gründung wird machbar sein. Vielleicht muss man auch mal etwas per Brief oder Fax schicken aber das war kein Grund, nicht hier zu gründen.“
Und selbst während Wartezeiten auf Ämter oder Eintragungen ist bereits viel vorbereitende Arbeiten möglich sind: Aufbau von Vertriebs- und Marketingmaterialien, Netzwerkaufbau sowie Konzept- und Produktentwicklung.
Diese Haltung half uns, Momentum zu halten und zeigt: Bürokratie ist kein Stillstand, wenn man den Fokus behält.
Die Gründungskultur in Karlsruhe ist gerade im bundesweiten Vergleich besonders.
„Die Gründerszene in Karlsruhe ist eng vernetzt, es gibt außerordentlich viel Austausch, man kennt sich.“
Diese Nähe schafft Vertrauen und Unterstützung, anstatt Konkurrenzdruck. Und auch die Mentalität unterscheidet sich spürbar von großen Startup-Zentren:
„Man bewegt sich hier weniger in den Bereichen großen Exits und Millionenbeträge, sondern eher in langfristig angelegten und organisch wachsenden Gründungen.“
Für uns bei SquareNeo war wichtig: Wir können auf Basis unseres Produkts Lösungen entwickeln, die unseren Kunden langfristig Vorteile bieten. Lange und erfolgreiche Kundenbeziehungen sind dabei der Schlüssel.
„Durch das direkte Feedback aus der Region entstehen stabile Produkte und Lösungen, die wirklich gebraucht werden.“
Ein entscheidender Baustein in unserem Gründungsprozess war das CyberLab Karlsruhe und darin insbesondere das IT-Accelerator-Programm.
„Wir waren uns anfangs gar nicht sicher, ob wir in so ein Programm wollen“, erinnert sich Michael. „Wir sind ein bisschen hineingestolpert. Anfangs nur wegen der Räumlichkeiten und der Möglichkeit, dort Büros zu bekommen. Aber das Netzwerk und die Community dort haben uns dann richtig mitgezogen. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Es hat uns massiv vorangebracht.“
Das CyberLab bietet gezielte Unterstützung für Startups in den Bereichen IT, KI, IT-Security und Smart Production. Neben Büroräumen erhalten Gründer Zugang zu einem breiten Netzwerk aus Mentorinnen und Mentoren, Investierenden und anderen Tech-Startups, ergänzt durch Coachings, Workshops und Förderprogramme (Quelle: cyberlab-karlsruhe.de).
Für uns bedeutet das vor allem:
· Zugang zu Infrastruktur und professionellem Umfeld
· Austausch mit anderen technologiegetriebenen Gründern
· Mentoring und Feedback, das uns hilft, unsere Produktstrategie zu schärfen
Das CyberLab ist Teil der Digital HubInitiative (de:hub) des Bundeswirtschaftsministeriums und trägt damit zur Stärkung des Startup-Standorts Karlsruhe bei. (Quelle: Digital Hub Initiative).
Auch das KIT spielte für uns eine entscheidende Rolle.
„Karlsruhe ist einfach ein Ort, an dem Forschung und Praxis nah beieinanderliegen.“
Das KIT ist nicht nur eine der führenden technischen Universitäten Deutschlands, sondern auch ein international sichtbarer Forschungsstandort für Künstliche Intelligenz und angewandte Informatik. Die enge Verbindung von Hochschule, Forschung und Wirtschaft schafft gerade für Gründer eine Umgebung, in der Technologien und Innovationaufeinandertreffen.
Karlsruhe zählt zu den Top-Tech-Regionen Europas mit über 4.400 Unternehmen in der IT- und Kommunikationsbranche und einer starken Verzahnung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Startup-Szene (Quelle: karlsruhe.digital)
Das KIT verleiht damit der Stadt ein wissenschaftliches Image und eine positive Ausstrahlung, die wir gerne auch für das Unternehmen übernehmen.
Konkret zieht dieses Image eine Menge engagierter Leute an – sei es wegen den Lehrmöglichkeiten der wissenschaftlichen Institutionen wie dem KIT und den Hochschulen oder der Strahlkraft die diese auf den internationalen Raum haben. Genau diese begeisterten Leute sind auch für uns höchst interessant, da viele von ihnen wichtiges Knowhow und relevante Talente mitbringen.
Wenn wir heute noch einmal vor der Entscheidung stünden, wir würden wieder in Karlsruhe gründen.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: ein starkes Netzwerk, eine wissenschaftsnahe Umgebung und gleichzeitig genug Raum, um organisch und nachhaltig zu wachsen.
„Man denkt bei Startups oft zuerst an Berlin oder München, aber am Ende zählt nicht die Postleitzahl, sondern das Umfeld, in dem Ideen wirklich gedeihen.“
Aus unserer Erfahrung heraus möchten wir ein paar Gedanken an andere Gründer:innen weitergeben:
Seid mit voller Motivation dabei, sucht früh Kontakt zu Netzwerken wie dem CyberLab und holt euch ehrliches Feedback. Karlsruhe bietet alles, um aus eurer Idee ein erfolgreiches Startup werden zu lassen.
· Stadt Karlsruhe. Karlsruhe bestätigt starkePosition als Gründungsstandort in Baden-Württemberg. 14. Februar 2025. Karlsruhe
· CyberLabKarlsruhe. Accelerator – Startup support page. cyberlab-karlsruhe.de
· Karlsruhe.digital. Innovation hub – Startupsupport in Karlsruhe. karlsruhe.digital
· Wirtschaft Digital BW. de:hub Karlsruhe –Artificial Intelligence. Wirtschaft Digital BW